.

st. marien

Ihre Kirchengemeinden in Parchim & Damm

Was wird denn da gebaut?

5. September 2016 - 10:20 -- Robert Stenzel

Kirchturm halb eingerüstet "Was wird denn da gebaut?", so fragen seit der Einrüstung unseres Kirchturms nicht nur Touristen in unserer Stadt. Auch Einheimische sind natürlich neugierig, was hinter dem imposanten Gerüst entsteht. Dazu hat Prof. Brause folgende Informationen zusammen gestellt.

Am Kirchturm der St. Marienkirche Parchim wurde in mehreren Etappen etwa 275 Jahre lang gebaut. Baubeginn war bald nach Gründung der Neustadt um 1240. Von der romanischen Bauetappe künden noch kleine, zugemauerte Zweifenstergruppen. Bis 1314 erfolgte eine frühgotische Überbauung. Nachdem nach 1400 das große Kirchendach erbaut war, wurde der Turm weiter gebaut; Balken für den Glockenstuhl hinter großen, später wieder zugemauerten Schall-Luken sind auf etwa 1409 datiert. Für die 1514 angeschafften zwei großen Glocken wurde der Glockenstuhl höher gesetzt und dann in der heutigen Form umbaut. Ca. 500 Jahre prägt inzwischen der 54,5 m hohe Kirchturm die Stadtsilhouette mit. Zwischen 1976 und 1981 war der Kirchturm schon einmal komplett eingerüstet. Westdeutsche Kirchensteuermittel erlaubten damals im „Sonderbauprogramm der Evangelischen Kirchen in Deutschland“ notwendige Dachreparaturen. - Die historische Wetterfahne musste damals Flugwarnleuchten weichen. - Der Kirchturm beherbergt heute neben zahlreichen Vögeln auch eine Netzstation für den Mobilfunk.

halbe Einrüstung von SO Bau-Sanierungsarbeiten: 2016 wurden uns dank der Initiative des Bundestagsabgeordneten F. Junge Fördermittel des Bundesamtes für Kultur und Medien (BMK) zu Fertigstellung und Abschluss der 2010 begonnenen großen Bausanierung zugesagt. Schwerpunkt ist dabei bis etwa 2018 die Sanierung des Turmes mit dem historischen Glockenstuhl, die Sanierung der Aufhängung der beiden großen Glocken von 1514 und die Fertigstellung der Restaurierung der Innenausmalung, insbesondere mit den berühmten großen Apostel-Bildnissen von Willi Schomann († September 1917). Zur Gegenfinanzierung der Fördermittel 2016-18 benötigen wir 400.000 € an Eigenmitteln (Patronatsmittel, Kirchengemeinde, Bauförderverein und Spenden). Wir freuen uns, dass zu den bisherigen Spendern auch die Windkraft-Firma UKA-Nord gehört. Kurze Übersicht zur

Geschichte: Der Stadtgründer Przybislav II wollte auch mit der Marienkirche im Zentrum seiner Neustadt hoch hinaus. Seine Großmannssucht und Geldgier führten dazu, dass er schon 1258 seine Herrschaft aufgeben musste. Der kaum begonnene Kirchenbau wurde unterbrochen. Aber die Bewohner der Neustadt ließen nun selbst in vielen kleinen Schritten weiterbauen. Schließlich gehörte eine Kirche zur Stadt, und der Turm sollte weithin zu sehen sein und in den Himmel weisen. In der romanischen Bauetappe entstanden bis zur ersten Kirchenweihe 1278 der Altarraum (vielleicht schon 1250 fertig?) und das Langhaus mit vorläufigem Dach und der untere Teil des Kirchturms. In einer frühgotischen Bauetappe wurden bis zur zweiten Kirchenweihe 1314 das frühgotische Gewölbe über dem Langhaus und große Kirchenfenster eingebaut. Die Außenmauer bekam eine frühgotische Ummauerung. Die Arbeiten wurden dann vor allem durch die „große Pest“ (Ende dieser Pest 1350) unterbrochen. Die durch die „große Pest“ ganz allgemein gewordene Sorge am das Seelenheil und einen guten Platz im Himmel führte in der Kirchenpraxis zum ausgedehnten „frommen Geschäft“. Mehr als 150 Jahre lang gab es dadurch Einnahmen auch für den Kirchenbau: 1365: bronzene Tauffünte; nach 1400: großes Kirchendach; nach 1409: Weiterbau am Turm, 1. Glocke hinter großen Schall-Luken; 1420/30 bis nach 1482: Nord-Querschiff, hochgotische Portale am Turm und S- und N-Seite, Innenaussteifung des Turmes; nach 1450: Umbau des Altarraumes mit je 4 großen Seitenfenstern und Prachtgiebel zum Neuen Markt; ca. 1510: Altar (im Franziskaner-Kloster); 1514: 2 große Glocken, erst danach Vollendung des Turms. In der Nach-Reformationszeit: Umsetzung des Altars in unsere Kirche (ca. 1560), Pracht-Kanzel (1601), Musikempore und Orgel (1600 / ca. 1655). Neuzeit: 1751: 4. Glocke; 1821/22: Aufgabe des Friedhofs / Linden; ca. 1850: Luther-Bild; 1857: Blitzeinschlag am Turm; 1862: Kronleuchter; 1864: Umbau Altarraum und Sakristei-Anbau; 1907/08: große Innensanierung. - Im 2. Weltkrieg Verlust der beiden kleineren Glocken. 1976-81 im „Sonderbauprogramm der EKD“: Dachreparatur, Einbau der Winterkirche und Funktionsräume; 1989: wichtige Funktion bei der „Wende“; 1998:Orgel-Sanierung; seit 2002: Parchimer Adventsmarkt, seit 2005: „Offene Kirche“, 2006/2007: Schwamm-Sanierung.

Der Bauförderverein St. Marien Parchim e. V. wurde im September 2007 gegründet, zunächst zur notwendigen Dachsanierung. 2010 wurden die beiden großen Backsteinkirchen Parchims auf der „Europäischen Route der Backsteingotik“ als „Bauensemble nationaler Bedeutung“ in ein Bundes-Förderprogramm aufgenommen. 2010-12: denkmalsgerechte Dachstuhl-Sanierung, Neueindeckung Dach, Sanierung Schmuckgiebel zum Neuen Markt einschließlich Giebelkreuz, Beginn der Restauration der berühmten Innenausmalung. 2013-15: Wegfall der Fördermittel. Schrittweise Fortsetzung der Restauration der Innenausmalung, Erneuerung der Fenster mit Hilfe von Städtebau-Fördermitteln. 2016-18: Schluss-Etappe der Bausanierung mit Unterstützung von BMK-Fördermitteln (s.o.!). Über die Pflichtaufgaben hinaus müssen wir uns dringend um mindestens eine neue kleinere Glocke zur Entlastung der beiden wertvollen großen Glocken kümmern. Wir wollen uns auch um die Ausstellung der kostbaren Original-Vorlagen zu den Apostel-Bildnissen von Willi Schomann bemühen. Anzustreben ist außerdem ein den Kunstschätzen des Innenraums der Kirche adäquates Beleuchtungskonzept.

Für die bisherige Unterstützung bedankt sich der Bauförderverein bei bisher 150 namentlich genannten Einzelspendern für Summen bis 1000 €. Der Bauförderverein ist vor allem folgenden Großspendern zu Dank verpflichtet: Autohaus Ahnefeld GmbH & Co KG Parchim / Asklepios-Klinik PCH / Henri-Benthack-Stiftung PCH / BTZ Ing.-büro GmbH Rostock / Rudolf Dankwardt-Stiftung / Katharina und Gerhard Hoffmann-Stiftung Hamburg / Karin & Uwe Hollweg-Stiftung / Dr. H. Kamp / KIBA-Stiftung / Kino PCH / Lions-Club PCH / Harald Prestien / Kai Solka / Sparkasse Parchim-Lübz / Stadt und Stadtwerke Parchim / UKA Nord / H. Waterstadt Hagen / WOBAU Parchim / ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

Der Bauförderverein St. Marien Parchim e. V. ist im Vereinsregister beim Amtsgericht Parchim unter der Nummer 9 VR 699 eingetragen.

Anschrift:

Mühlenstraße 40,
19370 Parchim,
Mail: baufoerderverein-st.marien@gmx.de
Vorsitzender: Steffen Dzur

Mitgliedsbeitrag pro Jahr 20,00 € (Schüler, Studenten, Azubis 10,00 €)

Spendenkonto bei der Sparkasse Parchim-Lübz:
IBAN: DE87 1405 1362 0000 0400 45
BIC: NOLADE21PCH

Diese Kurz-Info wurde anlässlich des Windpark-Festes von UKA Nord (29.07.2016) erarbeitet. Autor: H. Brause.

Gruppe/n: 
OG vocabulary: 
Sichtbarkeit: 
Öffentlich - für alle Besucher sichtbar